Dienstag, 17. Mai 2011

Theater - Tipp für Stuttgart

Wenn man mit anderen über Theater redet dann hat man meistens zwei Meinungen: Langweilig oder toll.
Ich möchte euch heute ein Stück ans Herz legen, dass sich für alle eignet: Jugendliche, Erwachsene, Theaterfreunde und Theaterskeptiker.




Es geht um „Superhero“, ein Stück das zur Zeit im JES in Stuttgart gespielt wird.

Zum Inhalt:
Donald Delpe ist 14 und lebt in seiner eigenen Welt. Einer Welt, die für Menschen jenseits der 14 schwer zu begreifen ist. Einer Welt voller pubertierender Phantasien und Träume. Einer Welt voller Sehnsucht. Donald ist leidenschaftlicher Comic-Zeichner, und so wird seine Welt bevölkert von schrägen Comic- Helden im immer währenden Kampf zwischen Gut und Böse, allen voran der Superhero Miracleman: scheinbar unüberwindbar im Spiel auf Leben und Tod.
Ganz anders als Donald: Der hat Krebs, sein Körper ist schwer gezeichnet, »haarlos, augenbrauenlos, klapperdürr, ein wandelndes Kondom«. Nicht eben die besten Voraussetzungen, um Mädchen kennen zu lernen. Dabei hat Donald vor allem eine Angst: zu sterben, ohne je Sex gehabt zu haben. Denn er spürt, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Das spürt auch Dr. Adrian King, sein Therapeut, der darum ringt, die Welt des Jungen zu begreifen. Er ahnt, was allein dem Jungen helfen kann: seine erste (und möglicherweise auch letzte) Liebesnacht…





Ich finde dieses Stück eignet sich auch sehr gut als Einstiegsstück für Jugendliche. Genauso sollte Theater für Jugendliche sein: aktuell, spannend, interessant, nah an ihnen dran, ohne erhobenen Zeigefinger, medial aber nicht überladen, lustig und ernst zu gleich, sprachlich nah dran ohne gefaked zu sein.





Am Ende der gut zweistündigen Aufführung jubeln die Zuschauer. Zu Recht, denn sie haben einen Theaterabend erlebt, der aufwühlt und beglückt…In der Rolle des Donald Delpe zeichnet der Schauspieler Alexander Redwitz die Verletzlichkeit des 14-Jährigen mit feinen Strichen: Die coole Härte soll Unsicherheit, Verzweiflung und vor allem die Angst verbergen, als „beknackte Jungfrau“ sterben zu müssen – eine famose darstellerische Leistung.
Stuttgarter Nachrichten


Also wer die Zeit hat und in der Gegend ist- reingehen!

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